09.09.2011
Die "Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V." (AöW) weist in einer Stellungnahme auf die Risiken des Fracking für unsere Wasserversorgung hin.
"Die Erkundung und Förderung von unkonventionellen Erdgasvorkommen birgt Gefahren für das Grundwasser und das Risiko, dass der erreichte hohe Qualitätsstandard der Wasserversorgung zu Lasten nächster Generationen gefährdet wird."
Lesen Sie hier die Stellungnahme
08.08.2011
Gaze de France hat sich bereit erklärt, vorläufig auf seinen Bohrstellen in Backemoor und Breinermoor auf das umstrittene Fracking zu verzichten.Es soll zunächst geprüft werden, ob und ggf. welche Risiken mit dieser Art der Erdgasförderung einhergehen.
Dazu gehört insbesondere die Prüfung, welche Auswirkungen im Falle einer Leckage eine Kontamination des Grundwassers mit den Frac-Flüssigkeiten, aber auch mit dem Lagerstättenwasser, haben könnte.
10.07.2011
Das NDR-Fernsehen hat einen interessanten Beitrag gebracht:
"Gefährliche Erdgasförderung? In Niedersachsen wird in großem Stil Erdgas gefördert. Dabei werden radioaktive Stoffe mit hochgeholt."
29.06.2011
In der letzten Sitzung des Umweltausschusses beim Landkreis hat man sich nun doch für einen Stopp des Fracking ausgesprochen. Ähnlich wie bereits im Emsland, sollen auch hier Experten klären, ob und ggf. welche Risiken bestehen.
Allerdings hat der Beschluss lediglich empfehlenden Charakter. Entscheiden kann nur das Bergamt.
12.06.2011
In seiner Ausgabe vom 10.06.2011 berichtete der General-Anzeiger erneut über die Erdgasförderung durch Fracking. Inzwischen haben sich danach die Herren Bramlage und Lüpkes von Vertretern der Gaze de France Suez informieren lassen. Es wundert uns nicht, dass man anschließend „keinerlei Anlass zu Besorgnis“ sah.
Wie bei allen Risiko-Technologien in diesem Land wird ein erheblicher Aufwand betrieben, um die Bürger zu beruhigen und kritische Nachfragen möglichst zu vermeiden.
Ein Beispiel: Wie auf der Homepage der GDF Suez beschrieben, wird auch in dem angesprochenen Artikel berichtet, unser Wasser sei sicher, weil mächtige Salz- und Tonschichten die Gaslagerstätten nach oben abriegelten. Das könnte theoretisch funktionieren, setzt aber voraus, dass keinerlei Undichtigkeiten auftreten. Außerdem müssten die geologischen Schichten tatsächlich dicht sein. Auf entsprechenden Karten sehen die Formationen jedenfalls nicht so homogen aus, wie man uns glauben machen will.
Karte zum Vergrößern anklicken
Aber genau hier liegt das Risiko. Störfälle passieren schließlich nicht, wenn alles perfekt funktioniert, sondern weil es sowohl beim eingesetzten Material als auch bei den beteiligten Menschen zu Fehlern kommen kann.
Es mutet daher schon fast sarkastisch an, wenn man sich angesichts der vielen Unbekannten, die der Betreiber verschweigt, keine Sorgen macht. Oder weiß Herr Lüpkes jetzt exakt, welche Chemikalien in welchen Mengen wo und wann eingesetzt wurden? Oder wohin die Abwässer verbracht werden? Oder was mit dem Quecksilber passiert, dass vermutlich mit gefördert wird?
Wir werden jedenfalls am Ball bleiben und darüber berichten, wenn uns neue Fakten bekannt werden.
28.04.2011
Beim Fracking kam es in den USA zu einem massiven Störfall. Die Anwohner wurden evakuiert.
Lesen Sie hier die Einzelheiten.
20.04.2011
Im Rahmen unserer Info-Veranstaltung haben wir gesehen, dass viele Fakten rund um die Bohrstellen in Westoverledingen, die sich auch bereits unter Rhauderfehner Gebiet erstrecken, nicht bekannt sind.
Inzwischen wurde daher der Betreiberfirma ein umfänglicher Fragenkatalog übersandt.(
http://www.fehngruene.de/rhauderfehn.html
)
Wir werden das Thema weiter verfolgen.
31.03.2011
Was ist Fracking und was bedeutet das für uns?
Auf unserer Info-Veranstaltung am 29.03.2011 haben wir uns das erklären lassen. Diejenigen, die nicht dabei sein konnten, wollen wir hier kurz auf den aktuellen Stand bringen:
"Konventionelle" Erdgasförderung, bei der das Gas aus Hohlräumen, die angebohrt werden, ausströmt, können sich die meisten Menschen gut vorstellen.
Es gibt aber auch die "unkonventionelle" Gasförderung (in Amerika schon lange und intensiv), bei der das Gas in sehr dichten Gesteinsschichten eingeschlossen ist und deshalb nicht aufsteigt, nur weil man die Schichten anbohrt.
Und da kommt jetzt das Fracking zum Einsatz. Die Betreiber nennen das Verfahren verharmlosend "Stimulation". Unter hohem Druck wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und teils hochgiftigen Chemikalien in die Bohrlöcher gepresst. Dadurch werden Risse im Gestein erzeugt, durch die das Gas dann entweichen und aufsteigen kann.
Allerdings wird dabei natürlich nicht nur reines Erdgas nach oben gefördert. Es kommt ein Teil der eingepressten Substanzen wieder hoch und es kommen Stoffe aus den gasführenden Schichten mit, die in dieser Tiefe natürlich vorkommmen, z.B. Quecksilber.
Man kann sich leicht vorstellen, dass es einiges zu entsorgen gibt. Aber man kann auch vermuten, dass ein Risiko für unser Grundwasser besteht. Denn wer will schon mit Sicherheit wissen, was tatsächlich in 4000 m geschieht, also wo die Risse im Gestein entstehen, wie sie verlaufen, ob Flüssigkeiten irgendwo aufsteigen können, ...
Sie sehen, es gibt eine Vielzahl von Fragen, die die Betreiber und Genehmigungsbehörden beantworten müssen, damit wir selbst uns ein Bild davon machen können, was beim Fracking passiert.
Das wiederum hat einen ganz praktischen Hintergrund: Die Bohrstellen der Gas de France Suez in Westoverledingen wurden "stimuliert". Das läßt sich auch auf der Homepage des Betreibers nachlesen. Da die Bohrungen nicht nur senkrecht nach unten verlaufen, sondern in der Tiefe abbiegen, wird wohl auch unter Rhauderfehner Gebiet dieses Verfahren angewendet.
Auch muss man mit dem Wasserversorger zusammenarbeiten. Dort werden regelmäßig umfangreiche Untersuchungen durchgeführt und die Ergebnisse werden veröffentlicht. Man sollte, wenn die Informationen der Betreiber vorliegen, besprechen, ob weitere Parameter untersucht werden müssen. Es liegt in der Natur der Sache, dass bei Laboruntersuchungen nur die Stoffe nachgewiesen werden können, nach denen auch konkret gesucht wird.
Da dieses Thema ganz neu und recht komplex ist, bitten wir Sie, unser Kontaktformular zu nutzen, wenn Sie Fragen oder Anregungen haben.
Aktuell läuft eine Online-Petition gegen Fracking: Stopp Fracking!
Es gibt aktive Menschen, die sich schon länger mit Fracking beschäftigen, z.B. hier.