21.09.2011

Am Freitag wird der Bundesrat über das umstrittenen CCS-Gesetz entscheiden. Die Menschen in den betroffenen Regionen machen sich große Sorgen. Mit vielen Aktionen wollen sie bis zuletzt versuchen, die Verantwortlichen in die Pflicht zu nehmen und nicht den Wünschen einiger Konzerne nachzugeben.

Sehen Sie hier einen Beitrag des NDR dazu

Wenn man keine Kohlekraftwerke baut, braucht man kein CCS. Als Technologie sind Kohlekraftwerke untauglich, weil sie viel zu träge sind, um auf die Schwankungen durch die verstärkte Einspeisung von z.B. Wind- und Sonnenenergie zu reagieren.

Es gibt also keinerlei sachliche Rechtfertigung für CCS.

 

24.08.2011

Es gibt eine aktuelle Studie: Risiken der Verpressung von Kohlendioxid unter der Nordsee.

Kurzfassung

Studie

 

10.07.2011

Der Bundestag hat in der letzten Woche dem CCS-Gesetz zugestimmt. Der genaue Wortlaut ist noch nicht veröffentlicht worden. Auch die Entscheidung des Bundesrates steht noch aus.

Immerhin ist jetzt klar, wer im Bundestag dieses Gesetz unterstützt hat, weil es eine namentliche Abstimmung gab. Der Bundestag setzt sich mit diesem Gesetz über die Bedenken der Wissenschaft und der Bürger hinweg. Die großen Energiekonzerne hoffen, nun weiterhin Kohlekraftwerke errichten und betreiben zu können.

Obwohl unstreitig ist, dass durch die CCS-Technologie der Energieaufwand steigt, also noch mehr Kohle verbrannt wird und somit noch mehr CO2 erzeugt wird, hält die Bundesregierung diese Technologie für einen Beitrag zum Klimaschutz. Milliardenbeträge auch in Form von Fördermitteln sollen in diese Risiko-Technologie fließen.

Auch der Widerspruch zum Atomausstieg scheint nicht zu stören. Kohlekraftwerke sind genauso träge, d.h.nur sehr langsam mit viel Zeitversatz regelbar, wie Atomkraftwerke. Wenn also Großkraftwerke zur Unterstützung und zum Ausgleich von Schwankungen bei den Erneuerbaren Energien benötigt werden, sind nur Gaskraftwerke schnell genug steuerbar.

Solange Kohlekraftwerke betrieben werden, müssen bei Stromüberschuss "Erneuerbare" abgeschaltet werden, weil das Kohlekraftwerk nicht schnell genug heruntergefahren werden kann.

Die Lobbyisten haben also wieder einmal ganze Arbeit geleistet.

Lesen Sie hier nach, wie die Abgeordneten des Bundestages abgestimmt haben.

 

11.06.2011

Wir haben jetzt auch eine Antwort von Bündnis 90/Die Grünen erhalten.

Lesen Sie selbst: PDF

Die offizielle Bezeichnung des CCS-Gesetzes ist: Kohlendioxid-Speicherungsgesetz (KSpG). Die Beratungen in Bundestag und Bundesrat wurden bereits begonnen.

 

25.05.2011

Am 26.04.2011 hatten wir einige Bundestagsabgeordnete angeschrieben und um Unterstützung bei der Verhinderung des geplanten CCS-Gesetzes gebeten.

Sie finden hier das Schreiben.

Bisher haben wir eine Antwort  von Herrn Garrelt Duin erhalten. Wir ersparen uns einen Kommentar.

Lesen Sie einfach selbst: PDF


20.04.2011

Die Bundesregierung hat trotz aller Proteste im Kabinett ein CCS-Gesetz auf den Weg gebracht. Im Mai soll die Beschlussfassung im Bundestag erfolgen.

Wichtige Hinweise zu dem Gesetzesvorhaben finden Sie in einem Schreiben einiger aktiver Bürgerinitiativen, das wir Ihnen hier zeigen.

Wir werden jetzt ebenfalls die Bundestagsabgeordneten unserer Region anschreiben. Es ist sehr wichtig, dass jetzt möglichst viele Menschen ihre Meinung sagen. In einigen Wochen - wenn das Gesetz wirklich zustande kommt - wird es diese Möglichkeit nicht mehr geben. Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt sein, wenn bei uns Endlager eingerichtet werden sollen.

 

02.04.2011

Die Bürgerinitiative in Schleswig-Holstein hat einen Brief an Frau Merkel und andere Politiker verfasst. Er kann als Vorlage dienen, so dass jeder von Ihnen in der Lage ist, seinen Protest auszudrücken.

Sie können das Schreiben HIER herunterladen.

 

31.03.2011

Lange war es in Ostfriesland ruhig um das Thema CO2-Endlagerung, CCS, CO2-Pipelines ...

Das lag vor allem daran, dass es keine gesetzliche Grundlage gab. Nun aber ist die Bundesregierung entschlossen, ein "CCS-Gesetz" zu verabschieden - gegen den Willen der betroffenen Bundesländer und natürlich auch der betroffenen Bevölkerung.

Richtig ist zwar, dass bis zum Sommer eine EU-Richtlinie umgesetzt werden muss. Diese erlaubt aber ausdrücklich, dass ein Land auch die CO2-Endlagerung verweigern kann.

Spätestens seit Greenpeace eine aktuelle Karte möglicher Speicherregionen veröffentlicht hat, ist klar:

Wenn die Bundesregierung das Gesetz wie geplant verabschiedet, sind wir dabei. Es ist nicht vorgesehen, in konkreten Verfahren die Öffentlichkeit zu beteiligen oder gar Möglichkeiten zu schaffen, um sich gegen ein Vorhaben juristisch zu wehren.

Aus heutiger Sicht scheint die einzige Möglichkeit zu sein, die Entscheidungsträger aufzufordern, das Gesetz nicht zu verabschieden.

Dazu gehören vor allem die Bundestagsabgeordneten. Wir werden Ihnen in Kürze hier das Beispiel eines Anschreibens zeigen können.

Viel Erfahrung in der Diskussion um CCS haben die Bürgerinitiativen in Schleswig-Holstein. Schauen Sie einfach mal vorbei.


29.10.09

Suchräume in Deutschland: eine Karte aus einer E.ON-Broschüre


 

Nachtrag vom 28.10.09

Bei Recherchen/Anfragen zum Thema CCS stößt man immer wieder auf die "Utsira-Formation". Sie wird gern als Vorzeigemodell für erfolgreiche CO2-Verpressung angeführt. Hier die Fakten dazu:

Die Utsira-Formation umfasst ein ca. 25.000 km² großes salines Aquifer, d.h. poröse Gesteinsschichten, die mit Wasser gefüllte Hohlräume enthalten. Sie liegt ca. 250 km vor der südnorwegischen Küste. Es wird dort von der Firma Statoil Öl und Gas gefördert.

Seit 1996 verpresst Statoil dort in ca. 800 m unter dem Meeresboden jährlich rd. eine Million Tonnen CO2, das bei der Erdgasförderung anfällt. Das sind bis heute etwa 14 Millionen Tonnen. Das Gasfeld trägt den Namen "Sleipner". Sleipner-West bezeichnet die CCS-Station.

Auslöser für das Projekt bei Statoil war die Einführung einer CO2-Steuer durch die norwegische Regierung im Jahre 1991. Die Steuer liegt jetzt bei 50 US-$ je Tonne, würde Statoil also jährlich 50 Millionen US-$ kosten.

Ebenfalls über der Utsira-Formation, aber rd. 300 km von Sleipner-West entfernt, befindet sich das Ölfeld mit dem Namen "Tordis". Es gehört Statoil. Das bei der Förderung anfallende ölhaltige Abwasser wurde in die Utsira-Formation eingepresst.

Im Mai 2008 kam es zu einem Zwischenfall: durch das eingepresste Wasser wurde der Druck in der Formation so hoch, dass ein Leck auftrat. Es wurde entdeckt, weil das ölverschmutzte Wasser durch den Meeresboden an die Wasseroberfläche trat.

Trotzdem sind alle Verantwortlichen selbstverständlich der Meinung, dass durch die CO2-Verpressung keine Leckagen in der Utsira-Formation entstehen können. Wissenschaftler sehen sich in der Lage zu behaupten, dass sich das CO2 innerhalb von 5000 Jahren nicht weiter als 33 km vom Einpress-Punkt ausbreiten wird!

Auch die E.ON, die bei uns nach CO2-Endlagern suchen will, verweist in Info-Broschüren auf die Utsira-Formation.


Was ist CO2-Verpressung, CCS und was will E.ON bei uns ?

E.ON hat beim LBEG (Landesbergamt Niedersachsen) einen Antrag auf Erteilung einer Aufsuchungserlaubnis gestellt, und zwar für 17 Kreise und kreisfreie Städte in Niedersachsen und Bremen.

Gesucht wird nach geeigneten Salzstöcken, um dort Lagerräume auszuspülen. In die so entstehenden Hohlräume soll das CO2 aus Kohlekraftwerken gepresst und so "klimaunschädlich" bis ...? eingelagert werden. Es werden also Standorte benötigt, die sich als Endlager eignen.

E.ON hält die Errichtung von Kohlekraftwerken für sinnvoll, weil die Kohlevorkommen noch für mehrere 100 Jahre reichen sollen.

Für die Abtrennung des CO2 in Kohlekraftwerken wird soviel Energie verbraucht, dass der elekrische Wirkungsgrad, der ohnehin nur bei 38 % liegt, sich um bis zu 10 % verschlechtert.
Zum Vergleich: elektrische Wirkungsgrade für
Wasserkraftwerke 90 %, Windkraftanlagen 50 %, Photovoltaik bis 35 %, Blockheizkraftwerke (Biogas) bis 33 %.

Das abgetrennte CO2 soll dann durch Pipelines zu den Endlagern gebracht werden. Für das Verfahren zur Abtrennung und Einlagerung wird die Bezeichnung CCS verwendet: Carbon Capture and Storage. Die EU-Richtlinie 2009/31 sagt dazu:

"Diese Technologie sollte nicht als Anreiz dienen, den Anteil von Kraftwerken, die mit konventionellen Brennstoffen befeuert werden, zu steigern. Die Entwicklung dieser Technologie sollte sowohl bei der Forschung als auch bei der Finanzierung nicht dazu führen, dass die Bemühungen zur Förderung von Energiesparmaßnahmen, von erneuerbaren Energien und von anderen sicheren und nachhaltigen kohlenstoffarmen Technologien verringert werden."

Da das CO2 als Abfall gilt, dürfte es keine Erlaubnis nach allgemeinem Bergrecht geben, sondern nur nach den dafür zu schaffenden gesetzlichen Regelungen im sog. CCS-Gesetz. Dieses Gesetz ist kurz vor der Verabschiedung aufgehalten worden. Es muß befürchtet werden, dass nach der Bundestagswahl unverzüglich an der Durchsetzung weitergearbeitet wird.

Es gibt erhebliche Bedenken zur Sicherheit des Verfahrens:
CO2 in entsprechend hohen Dosen ist tödlich. 1986 sind bei der Nyos-Tragödie in Afrika 1700 Menschen und unzählige Tiere durch den plötzlichen Austritt großer CO2-Mengen aus einem See ums Leben gekommen.

Da es mit erheblichem Druck (70-100 bar) in die Kavernen eingepresst würde, sind Verwerfungen, erdbebenähnliche Erschütterungen und Undichtigkeiten nicht auszuschließen. Das Salz in großen Tiefen ist flüssig und kann durch das CO2 in andere Schichten gedrückt werden. Es besteht die Gefahr, dass Salz ins Grundwasser gelangt. Wenn CO2 auf Wasser trifft, wird daraus Kohlensäure, also eine Säure, die im Mineralwasser erfrischend wirkt, in anderen Konzentrationen aber sehr aggressiv ist und z.B. Gestein auflösen kann. Es sind ähnliche Probleme wie in Asse zu befürchten.

Große Teile Ostrhauderfehns und des Landkreises liegen auf einem Salzstock, der sich bis Jemgum (Gas-Kavernen) hinzieht. Auf der Homepage des LBEG findet man einen Kartenserver. Dort kann man sich die Salzstrukturen in Niedersachsen genau ansehen.

Das LBEG holt zwar Stellungnahmen der betroffenen Regionen ein, ist aber daran nicht gebunden. Das bedeutet, dass E.ON bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen (CCS-Gesetz) seine Erlaubnis erhalten wird.

Nur massivste Proteste der Bevölkerung können diese Pläne noch verhindern und die Landesregierung dazu bringen, die Pläne der Betreiber zu kippen. In Schleswig-Holstein ist das gelungen: www.kein-co2-endlager.de

Die Entwicklung dieser Technologien wird noch Jahre dauern. Bis dahin sind dann Kohlekraftwerke und CCS nicht mehr nötig. Wir brauchen sie schon heute nicht. Aber es wird ja immer noch händeringend nach dem geeigneten Salzstock für ganz besonderen Müll gesucht!